Der Auftritt mit den bekannten Gastkünstlern Polonca Olszak und Wolfgang Krupp gehört auch zum Preis. Beide haben unter anderem im Phantom der Oper gesungen.
Alle Schüler aus Hattingen sind ab sofort dazu aufgerufen, sich bis zum 18. Oktober beim MGV zu bewerben. Eine Woche später spielen die Künstler dann ab 14 Uhr in der Aula des Gymnasiums Waldstraße vor - der Ort musste kurzfristig getauscht werden. Die Jury ermittelt dort den viel versprechendsten Nachwuchskünstler. "Der Vortrag ist zwar eine Art Casting, also eine Suche nach Künstlern. Aber wir sind weit entfernt von Dieter Bohlen und Formaten wie Deutschland sucht den Superstar", sagt Pressesprecher Michael Scharf. Davon wolle sich der Chor bewusst abgrenzen.
Die Auswahl am 25. Oktober soll vielmehr eine Art Forum sein. Außerhalb von Schule oder Altstadtfest will der MGV eine Förderung junger Musiker etablieren und einen Austausch anregen. So werde die Jury allen Beteiligten Tipps und positive Kritik aussprechen. "Es geht nicht darum, jemanden von der Bühne schimpfen", erläutert Umschlag die Idee.
Ein paar Bedingungen gibt es natürlich: Alle Bewerber müssen mindestens zwölf Jahre alt sein und eine der Hattinger Schulen besuchen. Sie können ihr Musik-Stück instrumental oder vokal vortragen. Ob es sich um einen Solokünstler oder eine kleine Gruppe von Musikern handelt, ist ihnen überlassen. Das Musikstück soll in ein klassisches Weihnachtskonzert passen. Rockbands sind bei der Runde nicht die Zielgruppe.
Ob es am Ende passt, entscheidet die fünfköpfige Jury. Die ist mit den Musiklehrern der Gymnasien Wolfgang Schäfer und Bernd Wolf, Peter Brand von der Musikschule, Liedermacher Jörn Peter Rüddenklau sowie Chorleiter Michael Scharf besetzt. "Es freut uns, dass wir Gestalter der Musikszene für unsere Idee gewinnen konnten", sagt Scharf. Die Reaktionen auf die Initiative seien gut gewesen.
Momentan steckt der MGV noch mitten in der Organisation. Für die Beteiligten ist diese Arbeit neu. Aber: "Wir sind auf das Echo gespannt." Hat der Hattinger Jungkünstlerpreis eine Chance in der Hattinger Musiklandschaft? Hans Umschlag: "Das wünschen wir uns sehr, denn es gibt viel Potenzial".
WAZ Hattingen , 16.09.2008, Von Timo Klippstein |